Zum Goldenen Hahn
 

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Mittwoch - Samstag:
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Niederwinkel
Waldenburg:
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Niederwinkel / Waldenburg
Ein verhängnisvoller Hahnenruf oder die Erzählung zur Geschichte Niederwinkels. (ein Auszug)

1632 wütete das grausame Kroatenvolk in den umliegenden Dörfern um Waldenburg.
Zufällig in Waldenburg weilende Einwohner von Niederwinkel erlebten den Einzug des beutegierigen Kriegsvolkes in Waldenburg mit. Angst und Grauen kam über sie und die sorgen um Haus und Kind trieb sie schleunigst heim. In Niederwinkel lief die schlimme Kunde schnell von Mund zu Mund. Klopfenden Hertzens hörten die Einwohner von den Plünderungen und Verwüstungen. Wollten sie diesem Schicksal entgehen, so mussten sie eiligst in den dichten Wald hinausziehen und dort warten bis das Kriegsvolk weitergezogen war.
Währenddem rastete im Dörfchen Schlagwitz eine große Abteilung des Kroatenheeres. Am Lagerfeuer verspeisten sie gerade ihre Beute als sie über den Wald herüber ganz deutlich mehrmals einen Hahn krähen hörten. Gleich kam ihnen der Gedanke: „Wenn dort drüben ein Hahn kräht, müssen dort auch Leute wohnen! Es wird ein Dorf dort sein- Auf wir wollen es suchen!“ Sie drangen so schnell sie konnten, durch den dichten Wald und standen am Ufer der Mulde. Da erklang aufs neue der helle Ruf des Hahnes und wies ihnen den richtigen Weg. Endlich gelangen sie an ein völlig vom Wald umgebenes Dörfchen. Die Kroaten hatten Niederwinkel entdeckt. Der Hahn war zum Verräter des Dorfes geworden. Wie gut war es, dass die Bewohner sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatten. Die Plünderer stürmten hinein in den kleinen Ort. Doch zu ihrem größten Verdruss war weder Mensch noch Vieh zu erblicken. Wutschnaubend wollten sie sich auf den Rückweg machen, da kamen sie noch an der Schmiede vorüber.
Gar bald entdeckten sie in einer dunklen Ecke des rußigen Raumes hinter allerlei Gerümpel versteckt, den alten Schmied Gumprecht, der es als einziger gewagt hatte im Ort zurückzubleiben.
Unter furchtbaren Drohungen und Mühen verlangten sie, er solle ihnen den Aufenthalt der geflüchteten Einwohner verraten. Mutig und beharrlich verweigerte er jede Aussage. Da versuchten sie durch ein schier teuflisches Beginnen ihm das Geständnis abzuzwingen und ihn zum Verräter an seinen Mitmenschen zu machen. Sie legten ihm einen engen, eisernen Reifen an seinen Kopf und trieben ihn erbarmungslos mit derben Hammerschlägen bis über Stirn und Ohren.
Standhaft ertrug der wackere Schmied die furchtbaren Qualen. Die Kroaten mussten unverrichteter Sache abziehen. Niederwinkel war gerettet.
Als die Bewohner bald darauf in ihre Häuser zurückkehrten, hörten sie mit Entsetzen von der furchtbaren Tat. Sie pflegten den wackeren Schmied, dem sie ihre Rettung verdankte, und die schmerzlichen Wunden waren bald geheilt.